Wiener Weltraum-Startup Tumbleweed: Österreichs erster kommerzieller Satellit und eine Partnerschaft mit HyPrSpace
Das Wiener Weltraumunternehmen Tumbleweed hat seine erste Satellitenmission, Oasis Alpha, an den Integrationspartner Exolaunch übergeben – Österreichs erste rein kommerzielle Satellitenmission.
Wenige Tage später folgte der Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit dem französischen Raketenbauer HyPrSpace. Ein 15-köpfiges Team in Wien und im niederländischen Delft entwickelte Oasis Alpha, und das in weniger als neun Monaten.
Die Mission ermöglicht Forschung in der Schwerelosigkeit (Mikrogravitation). Unter nahezu schwerelosen Bedingungen lassen sich etwa Materialien, Proteinkristalle für neue Medikamente oder besonders reine Glasfasern herstellen, was auf der Erde in dieser Form nicht möglich ist.
Kern des Geschäftsmodells von Tumbleweed sind standardisierte Behälter, sogenannte "Pods", in die Kundinnen und Kunden ihre Experimente einsetzen, ohne eigenes Fachwissen in Weltraumtechnik mitbringen zu müssen. Die technische Integration und den behördlichen Aufwand übernimmt Tumbleweed. Die dazugehörige Orbitalplattform Oasis bringt die Experimente ins All und anschließend auch wieder zur Erde zurück.
Wenn das Weltall eine Plattform für die Produktion werden soll, muss es sich auch im Tempo der Industrie bewegen.
Die erste Mission ist bereits ausgebucht. An Bord sind vier internationale Kunden aus der Pharma-, Biotech- und Materialforschung, darunter die Technische Universität Delft (TU Delft), das European Space Resources Innovation Centre (ESRIC, Luxemburg), das Spring Institute for Forests on the Moon (Belgien) und MassBalance (UK).
Übergabe an Exolaunch, Start frühestens im Juli
Mit der Übergabe an Exolaunch geht Oasis Alpha in die Startvorbereitung. Der Berliner Dienstleister hat bereits mehr als 790 Satellitentransporte abgewickelt. Geplant ist der Start frühestens im Juli 2026 mit der Transporter-17-Mission von SpaceX aus der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien.
Partnerschaft mit HyPrSpace
Parallel dazu unterzeichnete Tumbleweed eine strategische Partnerschaft mit dem französischen Unternehmen HyPrSpace. HyPrSpace entwickelt mit der Trägerrakete Baguette One suborbitale und orbitale Startdienste auf Basis einer patentierten Hybridantriebstechnik. Die Kooperation verbindet die Startkapazitäten von HyPrSpace mit den Nutzlastlösungen und Flugplattformen von Tumbleweed.
Im Mittelpunkt steht der Aufbau souveräner europäischer Suborbitaldienste für den Mikrogravitationsmarkt – also Startangebote, die gezielt auf Forschungs- und Fertigungsnutzlasten zugeschnitten sind. Längerfristig ist auch der orbitale Einsatz der frei fliegenden Plattformen von Tumbleweed über Träger von HyPrSpace vorgesehen.
Um diese Dienste zugänglicher zu machen, müssen Nutzlast, Flug und Start gemeinsam gedacht werden.
Sylvain Bataillard, Mitgründer und CSO von HyPrSpace, versteht den Start nicht nur als Zugang zum Weltraum, sondern als Dienstleistung rund um die Bedürfnisse der Kunden und ihrer Nutzlasten.
Die nächsten Schritte
Für Ende 2026 plant Tumbleweed eine Technologiedemonstration seiner Pods an Bord der suborbitalen Baguette One von HyPrSpace. Die nächste eigene Mission, Oasis Beta, ist für 2028 avisiert; erste Pods dafür sind bereits verkauft. Weitere Reservierungen nimmt das Unternehmen laufend entgegen.