Österreichische Satelliten

Im letzten Jahrzehnt hat sich in Österreich ein neues Kompetenzfeld etabliert: die sogenannten Nanosatelliten. Dabei handelt es sich um kleine Satelliten mit einer Masse von 1 bis 10 kg.

Seit 2013 wurden fünf Nanosatelliten für wissenschaftliche Zwecke ins All gebracht. Ihre Aufgaben reichen von der Beobachtung sehr heller Sterne (TUGSAT-1, UniBRITE) über die Erforschung der Thermosphäre (PEGASUS) bis hin zur Erprobung und Validierung neuer Technologien für Missionskontrolle und Bordsysteme (OPS-SAT) sowie der Vermessung der Erdoberfläche und der Erforschung von Sonnenaktivität und Weltraumwetter (PRETTY).

Die wachsende Expertise im Bereich der Nanosatelliten folgt der Verabschiedung des Österreichischen Weltraumgesetzes 2011.

TUGSAT-1/BRITE-Austria

Illustration TUGSAT-1

TUGSAT-1 war der erste österreichische Satellit. Die Entwicklung dieses in der optischen Astronomie eingesetzten Satelliten begann 2005. TUGSAT-1 wurde 2013 vom indischen Raumfahrtzentrum Satish Dhawan Space Centre ins All gestartet.

Der Satellit wurde von der Technischen Universität Graz, der Universität Wien und der Technischen Universität Wien entwickelt und von der Technischen Universität Graz betrieben. Die Missionsdauer war ursprünglich auf zwei Jahre ausgelegt, doch der Satellit blieb weit darüber hinaus erfolgreich im Einsatz. Er lieferte über viele Jahre qualitativ hochwertige Bilder und wissenschaftliche Daten.

TUGSAT-1 war Teil der BRITE-Konstellation, die damals die einzige aktive Weltraummission im Bereich der Asteroseismologie war. Ende 2025 wurde die erfolgreiche langjährige Wissenschaftsmission abgeschlossen und der Satellit außer Betrieb genommen.

  • Programm: BRITE- (BRIght Target Explorer-)Konstellation.
  • Finanzierung: Austrian Space Applications Programme (ASAP).

UniBrite

Illustration UniBrite

UniBRITE, ein in der optischen Astronomie eingesetzter Satellit, wurde gemeinsam mit seinem Schwestersatelliten TUGSAT-1 im Jahr 2013 vom Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota (Indien) gestartet. Der Satellit wurde von der Technischen Universität Graz, der Universität Wien und der Technischen Universität Wien entwickelt und von der Universität Wien betrieben. Gemeinsam mit TUGSAT-1 und drei weiteren Nanosatelliten untersuchte UniBRITE die stellare Struktur und Entwicklung der hellsten Sterne am Himmel sowie deren Wechselwirkungen mit ihrer lokalen Umgebung. Wie TUGSAT-1 wurde auch UniBRITE Ende 2025 außer Betrieb genommen.

  • Programm: BRITE- (BRIght Target Explorer-)Konstellation.
  • Finanzierung: Austrian Space Applications Programme (ASAP).

PEGASUS

Illustration PEGASUS

Der Erdbeobachtungssatellit PEGASUS war Teil des Satellitenprojekts QB50 und wurde 2017 von Indien aus in die Umlaufbahn gebracht. Eines der Hauptziele des Projekts QB50 war es, Studierenden auf der ganzen Welt die Möglichkeit zu geben, einen Satelliten zu entwickeln und zu betreiben. Das Ergebnis dieses Projekts in Österreich war PEGASUS, der von Studierenden der Fachhochschule Wiener Neustadt, der Technischen Universität Wien und der Universität Wien in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Weltraumforum entwickelt wurde. Nach rund sechs Jahren im Orbit verglühte der Satellit Anfang 2024 in der Erdatmosphäre.

  • Projekt: QB50, ein Netzwerk von 36 Nanosatelliten,
    die von Universitätsteams auf der ganzen Welt gebaut wurden. 
  • Finanzierung: EU-Rahmenprogramm European Horizon 2020,
    Österreichisches Raumfahrtprogramm (ASAP) (gepulstes Plasmatriebwerk).

OPS-SAT

Illustration OPS-SAT

Der CubeSat OPS-SAT wurde am 18. Dezember 2019 vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana an Bord einer Sojus-VS23-Trägerrakete ins All gestartet. OPS-SAT war das weltweit einzige fliegende Labor seiner Art. Ziel der Mission war es, neue Technologien unter realen Weltraum­bedingungen zu testen und Innovationen für den Satellitenbetrieb schneller zu erproben. Dadurch konnten kontinuierliche Verbesserungen in der Missionskontrolle entwickelt und neue Raumfahrt­technologien validiert werden. OPS-SAT wurde unter maßgeblicher Beteiligung der Technischen Universität Graz entwickelt.

Programm und Finanzierung:
Europäische Weltraumorganisation (ESA)
(General Support Technology Programme)

PRETTY

Satellit PRETTY
(Copyright: TU Graz/Lunghammer)

PRETTY (Passive REflectometry and DosimetrY) ist ein 3U-CubeSat, der zwei wissenschaftliche Nutzlasten an Bord hat. Die erste Nutzlast ist ein passives Reflektometersystem zur präzisen Vermessung der Erdoberfläche. Das Konzept und die Software wurden von Beyond Gravity entwickelt, die Hardware vom Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation der TU Graz.

Mithilfe dieser Nutzlast werden unter anderem Eis- und Meereshöhen sowie Meeresströmungen erfasst. Die zweite Nutzlast ist ein Strahlungsdetektor der Seibersdorf Labor GmbH, der Erkenntnisse über Sonnenaktivität und Weltraumwetter liefert. Die TU Graz stellt zudem die Satellitenplattform bereit, führte die Fertigungs-, Montage-, Integrations- und Testaktivitäten durch und ist mit ihrer Bodenstation am Campus Inffeldgasse für den Betrieb des Satelliten verantwortlich.

Programm und Finanzierung:
Europäische Weltraumorganisation (ESA)
(General Support Technology Programme)

SpaceTeamSat1

(Copyright: TU Wien Space Team)

SpaceTeamSat1 wird vom TU Wien Space Team gebaut und betrieben. Das Projekt ermöglicht Schüler:innen in Österreich, eigene Software auf der Education-Nutzlast des Satelliten zu testen und auszuführen. Die von SpaceTeamSat1 übertragenen Daten können anschließend von den Schüler:innen ausgewertet, interpretiert und präsentiert werden. Dadurch erhalten sie Einblicke in den gesamten Prozess der Datenkommunikation zwischen Satellit und Erde. Der Start von SpaceTeamSat1 ist im Laufe des Jahres 2026 mit einer Rakete von Isar Aerospace vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya Spaceport geplant, ein wahrhaft europäisches Projekt.

Programm und Finanzierung: 
U.a. der DLR Mikrolauncher- und Nutzlast-Wettbewerb

Oasis Alpha

(Copyright: Tumbleweed)

Oasis Alpha ist Österreichs erster kommerzieller Satellit des Wiener Start-ups Tumbleweed. Der 3U-CubeSat wurde 2026 an Bord einer Falcon-9-Rakete in den Weltraum gestartet. Oasis Alpha ist ein Forschungs- und Technologiedemonstrationsprojekt im Bereich der Mikrogravitationsforschung. Ziel der Mission ist es, die firmeneigene Infrastruktur für Mikrogravitationsnutzlasten zu testen, Nutzlastcontainer zu qualifizieren und den orbitalen Betrieb unter realen Bedingungen zu erproben.