Manfred Lachs Space Law Moot Court - Europafinale in Polen

In der Heimat von Manfred Lachs konnte das Team der Universität Wien auch dieses Jahr bei den europäischen Runden des Manfred Lachs Space Moot Court punkten. Im Zentrum des diesjährigen Falles standen Aktivitäten auf dem Mond und auf sogenannten "On-Orbit-Service" Plattformen. Auch wenn sich beides derzeit in der Realität noch im Entwicklungsstadium befindet, verlangte der fiktive Sachverhalt juristische Lösungen für Zwischenfälle und Konflikte auf Basis des geltenden Weltraumrechts.

Die Verantwortlichkeit und Haftung von Staaten für Weltraumaktivitäten durch nichtstaatliche Unternehmen standen dabei im Mittelpunkt. Die fortschreitende Privatisierung der Weltraumaktivitäten und die Tätigkeiten von Unternehmen wie SpaceX und Blue Origin werfen diese Fragen heute auch in der Realität auf.

Das Artemis-Programm der NASA sowie ähnliche Vorhaben Chinas und anderer Staaten auf dem Mond bringen einen weiteren aktuellen Bezug. Ein Teilaspekt des Falles betraf zudem die aktive Beseitigung von Weltraummüll ohne Zustimmung des Eigentümers.

Drei Personen in formeller Kleidung stehen im Freien vor der Universität Wien.
Jana Félice Sorz, Domonkos Varga und Simon Ruhaltinger

Das Team der Universität Wien für den Manfred Lachs Space Law Moot Court bestand aus Jana Félice Sorz, Domonkos Varga und Simon Ruhaltinger. Sie wurden am Institut für Europarecht, Internationales Recht und Rechtsvergleichung von Celina Saci, Adela Zinschitz und Friederike Lutz unter der Leitung von Professorin Irmgard Marboe betreut.

Zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 wurde an den Schriftsätzen für den Internationalen Gerichtshof in Den Haag, vor dem der Fall verhandelt werden sollte, gearbeitet. Darauf folgte die Vorbereitung auf die mündlichen Runden. Beim Üben der Plädoyers - in englischer Sprache - wurde das Team von weiteren Mitgliedern des Instituts unterstützt, die ihre Erfahrungen aus anderen internationalen Moot Courts (Jessup International Law Moot Court, Frankfurt Investment Arbitration Moot Court) einbrachten.

Bei den europäischen Runden im April 2026 in Posen (Polen) traf das Team aus Wien auf die Teams der Universitäten aus Leiden, Istanbul, Sofia und Warschau. Dabei wurden nicht nur die sorgfältig entwickelten juristischen Argumente ausgetauscht und rhetorische Fähigkeiten präsentiert, sondern auch wertvolle Kontakte geknüpft. Schließlich belegte das Team der Universität Wien den 5. Platz und erreichte von 24 teilnehmenden Universitäten insgesamt Rang 7.

Obwohl bei internationalen Wettbewerben scheinbar der Konkurrenzaspekt im Vordergrund steht, sind am Ende die Arbeit an gemeinsamen Zielen im Team und das Bemühen um Lösungen für grenzüberschreitende Probleme die wichtigsten bleibenden Erfahrungen. Der intensive Einsatz fördert nicht nur die Zusammenarbeit im jeweiligen Team, sondern auch darüber hinaus.