Sentinel Hub - Einfacher Zugang zu Satellitenbildern

Das Grazer Startup revolutioniert die Erdbeobachtungsbranche mit seinem cloudbasierten Prozessierungsservice, der einen beispiellosen Zugang zu globalen Archiven von Satellitendaten bietet.
Das Team von Sentinel Hub lächelt in die Kamera
Das Team hinter Sentinel Hub (von links nach rechts): Chung-Xiang Hong, Maxim Lamare, Dorothy Rono, William Ray, Pontus Berg and Max Kampen (zur Verfügung gestellt von Sentinel Hub)

Europäische Satelliten allein erfassen täglich Dutzende von Terabytes an Erdbeobachtungsdaten, weshalb es einen offensichtlichen Bedarf an einer effektiven Zugriffs- und Verwaltungsmöglichkeit für diese Datenflut gibt. Sentinel Hub bietet hierfür eine Lösung, indem es die komplexen Herausforderungen des Herunterladens, Archivierens und Verarbeitens von Petabytes (PB) an Rohdaten übernimmt und vollständige globale Archive von Satellitendaten über Webservices zur Verfügung stellt. Dadurch können sich Endbenutzer mehr auf die Datenanalyse und die Lösungsentwicklung konzentrieren, anstatt sich mit der Aufbereitung der Daten befassen zu müssen.

Preisträger mit innovativen Lösungen

Die Sentinel Hub GmbH ist ein Grazer Startup und Absolvent des ESA BIC Austria Programms, das im Bereich der Erdbeobachtung tätig ist. Das Unternehmen wurde 2016 gegründet, nachdem der Satellitendaten-Prozessierungsservice Sentinel Hub mit dem Copernicus Masters Award ausgezeichnet worden war. Geographen, Entwickler und Fernerkundungsingenieure aus sechs verschiedenen Ländern bilden das vielfältige Team, das sich auf die Entwicklung von Mehrwertdiensten und die Ableitung von handlungsrelevenaten Informationen aus Satellitenbildern konzentriert. Durch die Kombination verschiedener technischer Hintergründe sind sie in der Lage, maßgeschneiderte Lösungen für eine Vielzahl von Anwendungen in den Bereichen Umweltmonitoring, Katastrophenhilfe und Landmanagement zu entwickeln, um nur einige zu nennen. Spezielle Kundenanfragen wie die Erstellung von wolkenfreien Mosaiken, die aus einem multitemporalen Stapel von Bildern abgeleitet werden und in der Regel große Gebiete abdecken, können von Sentinel Hub problemlos bearbeitet werden.

Großes Potential

Die Sentinel Hub API (Application Programming Interface) zur Verarbeitung von EO-Daten nutzt Cloud-Technologien mit innovativen und effizienten Verarbeitungsmethoden, um sowohl frei verfügbare als auch kommerzielle hochauflösende (VHR) Satellitendaten über eine einheitliche Plattform für jedermann leicht zugänglich zu machen. Der Service versorgt Hunderte von Anwendungen auf der ganzen Welt, verarbeitet mehr als 200 Millionen Requests pro Monat und liefert mehr als 7 PB Satellitendaten an Anbieter von Mehrwertdiensten. Die kostenlosen Visualisierungs-Webtools EO Browser und Sentinel Playground sind Paradebeispiele für die Leistungsfähigkeit der Sentinel Hub API.

"Es ist an der Zeit, mit dem Herunterladen und Verarbeiten von EO-Daten auf dem eigenen Computer aufzuhören und stattdessen seine Workflows und Algorithmen zu den Daten in die Cloud zu bringen."

Anstatt große Mengen an nicht analysebereiten Satellitenrohdaten herunterzuladen, die eine komplexe Vorverarbeitung erfordern, senden Nutzer ihre Algorithmen und Verarbeitungsanweisungen an den cloudbasierten Service und erhalten in Sekundenschnelle analysebereite EO-Daten, die nahtlos in ihre Workflows integriert werden können (mehr dazu). Somit können sich sowohl Laien als auch Experten auf die Gewinnung aussagekräftiger Informationen konzentrieren und auf neuartige Weise auf aktuelle Herausforderungen reagieren, um nachhaltige Entscheidungen in ihren jeweiligen Fachbereichen zu treffen. Auf diese Weise erleichtert Sentinel Hub die globale Überwachung von Umweltprozessen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels und zur Entwicklung einer grüneren Wirtschaft.

EO und KI

Das Sentinel-Hub-Team merkt an, dass "trotz eines großen Kundenstamms diese optimierte Art der Verarbeitung von EO-Daten noch lange nicht ihr volles Potenzial erreicht hat, da sie unserer Meinung nach noch zu wenig genutzt wird". Zu den Zukunftsplänen gehört die Erweiterung der bestehenden Unterstützung für maschinelles Lernen und KI-gestützte Anwendungen (mehr dazu). Um die Reichweite ihres bahnbrechenden Services zu vergrößern, ist das Team immer auf der Suche nach begeisterten Softwareentwicklern, Fernerkundungsexperten und Data Scientists.