Österreichische Technik für Umweltsatellit Sentinel-6

Am 21. November 2020 startet ein europäischer Umweltsatellit ins All. Navigationsempfänger von Österreichs größtem Weltraumunternehmen RUAG Space bestimmen Position des Satelliten, vor der Kälte und Hitze im All schützt Thermalisolation des Unternehmens.
Der Umweltsatellit Sentinel-6 wird die Meeresspiegelhöhen vermessen.
Der Umweltsatellit Sentinel-6 wird die Meeresspiegelhöhen vermessen. (ESA ,Airbus)

In den vergangenen fünf Jahren sind die Ozeane im Durchschnitt um 4,8 mm pro Jahr gestiegen. Millionen von Menschen sind durch den Anstieg der Meere gefährdet. Wichtige Daten wird der europäische Umweltsatellit Sentinel-6 liefern, der die Höhe des Meeresspiegels misst. Der Raketenstart war erst für 10. November geplant, wurde aber auf den 21. November verschoben. Sobald der Satellit im All ist, wird seine Position auf wenige Zentimeter genau durch Navigationsempfänger aus Österreich bestimmt. „Wir sind in Nischenbereichen europaweit absolut führend. Unsere Satellitennavigationsempfänger sind weltweit gefragt", sagt Andreas Buhl, Geschäftsführer von RUAG Space Austria, Österreichs größtem Weltraumunternehmen. RUAG Space Austria entwickelte und baute insgesamt vier Navigationsempfänger. Vor der Kälte und Hitze im All von plus/minus 200 Grad Celsius schützt den Satelliten Thermalisolation von RUAG Space, produziert am Standort in Berndorf, Niederösterreich. Die Thermalisolation besteht aus mehrschichtigen speziellen Kunststofffolien. „Hochtechnologie aus Österreich ermöglicht diese wichtige Klimaschutzmission", betont Buhl. Der Raketenstart erfolgt vom Weltraumstartplatz Vandenberg in Kalifornien, USA.

Anstieg des Meeresspiegels unter Beobachtung

Der Weltmeere-Satellit Sentinel-6 wird die Meeresspiegelhöhen vermessen und damit wichtige Daten für die Klimaforschung liefern. Um Aufschluss über Meeresspiegelveränderungen zu erhalten, sind permanente Beobachtungen über die Weltmeere erforderlich. Aufgrund der enormen Größe der Ozeane, die 70% der Erde bedecken, benötigt es den Einsatz von Satelliten aus dem All. Sentinel-6 wird alle 10 Tage bis zu 95% der Ozeane der Erde kartieren.

Über Copernicus Sentinel-6-Michael Freilich

Der Satellit Sentinel-6-Michael Freilich ist ein gemeinsames Projekt der europäischen Raumfahrtagentur ESA, der Europäischen Kommission, der Europäischen Organisation für Wettersatelliten namens Eumetsat, der NASA und der US-amerikanischen Wetterbehörde NOAA, mit Unterstützung der französischen Weltraumagentur CNES. Copernicus wird von der Europäischen Kommission in Partnerschaft mit der ESA verwaltet. Eumetsat wird den Satelliten betreiben und die Produkte herstellen und liefern. Die NASA und die NOAA werden das Mikrowellen-Radiometer, den Laser-Retroreflektor und den GNSS-Radio-Okkultationsempfänger beisteuern. Airbus ist Hauptauftragsnehmer, der 32 Unternehmen aus der europäischen Industrie leitet. Der Satellit wurde nach Michael H. Freilich benannt, der mehr als 12 Jahre lang als Direktor die Erdbeobachtungsabteilung der NASA leitete und im August 2020 verstarb.

Über die Thermalisolation von RUAGSpace